Ohne Pressemitteilung oder ähnliches übliches Getöse veröffentlicht die WGF still und leise auf ihrer Webseite die Halbjahreszahlen für 2011. Doch die haben es in sich – leider im negativen Sinne:
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit: -8,4 Mio €
Periodenfehlbetrag: -6,46 Mio. €
In Folge sinkt das 2010 mühsam zusammengekratzte Eigenkapital von 11 Mio € auf 4,5 Mio €. Damit beträgt die Eigenkapitalquote magere 1,7%.
Nur zum Vergleich:
Umsatzerlösen von 3,1 Mio. € stehen allein rd, 3,0 Mio € Personalaufwendungen gegebenüber. Das sieht nicht gesund aus!
Die Zahlen im einzelnen findet der interessierte Leser hier:
http://www.wgfag.de/fileadmin/user_upload/PDF_Download/Unternehmen_WGF/Gesch%C3%A4ftsberichte/WGF_AG_Zwischenbericht_2011.pdf
Dem gegenüber verweist die WGF auf Vermietungs- & Veräußerungserfolge im 2. Halbjahr 2011:
- Vermietung von 930 qm² im Kaiserpalais Offenbach
- Vermietung von zusätzlichen 1500 m² in Leipziger Büroimmobilie
- Verkauf des Düsseldorfer Boardinghouse
- Veräußerung Immobilienportfolio im Umfang von 65 Mio. €
- Veräußerung der Frankfurter Hotelimmobilien Holiday Inn Express
Hier hat sich in der Tat Einiges bewegt im Vergleich zur Vergangenheit. Die zentrale Frage ist natürlich:
Waren die Veräußerungen gewinnbringend? Darüber schweigt sich die Gesellschaft aus. Dieser Punkt ist extrem wichtig für die Gesellschaft, denn sie muss ja aus den Veräußerungserlösen die Verbindlichkeiten (sprich: Anleihen) tilgen. Und das sind – wie man an der Eigenkapitalquote sieht – nicht wenige!
Nur zu Erinnerung:
Die Veräußerungen an externe Käufer in 2010 waren per Saldo Verlustgeschäfte, wie FTD und börse-online kürzlich berichteten. Lediglich die Veräußerungen an eigene Tochterfirmen brachten wunderbarerweise Gewinne, die der WGF im 2010er Jahresabschluss dann auch überhaupt wieder ein positives Eigenkapital bescherten.
Fazit:
Massive Erfolge (sprich gewinnbringende Verkäufe) im 2. Halbjahr 2011 sind dringend nötig. Ein weiteres Verlusthalbjahr gleicher Größenordnung wie im 1. HJ. würde das Eigenkapital aufbrauchen. Eine bilanzielle Überschuldung würde drohen.
Gespannt sein darf man auch, was die immernoch als “in Bearbeitung” vermerkten Ratings bei der Creditreform ergeben. Die Halbjahreszahlen lassen nichts gutes ahnen – bleibt abzuwarten, was die Creditreform zu den aktuellen Veräußerungen meint.
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Ratings der WGF-Anleihen sollten bereits Ende September 2011 veröffentlicht werden. Dann hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der WGF und Creditreform vom 29.09.2011, es dauere bis zum 15.10.2011. Jetzt heißt es (homepage WGF, 14.10.2011), der Ratingprozess dauere an. Dauer bzw. Zeitpunkt der Bekanntgabe unbekannt.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.